Sühnekreuze, Steinkreuze
Vom 13. -16. Jahrhundert wurden Schuldige wegen Mordes oder Totschlages durch Gerichte neben Sachleistungen für die Hinterbliebenen 
auch zur Errichtung von Sühnekreuzen verurteilt.
Oft tragen die Steinkreuze Einritzungen entweder von der Mordwaffe oder von typischen Handwerksgeräten, die auf den Beruf des Opfers schließen lassen. 
Viele dieser Kreuze sind noch vorhanden und werden als Denkmale gepflegt. Ich habe mich entschlossen, einige Sühnekreuze der näheren Umgebung 
Dresdens aufzusuchen und hier zu dokumentieren. Dieser Suche hat sich Grit Beseler angeschlossen.
Liste aufgeführter Steinkreuze:
DD - Tolkewitz Reinholdshain
DD - Lukasplatz Leppersdorf
DD -  Leubnitz Bad Gottleuba
Grillenburg Merschwitz
Klingenberg Niederschöna I u. II
Altklotzsche Ortrand
Gompitz Röhrsdorf (Klipphausen)
DD - Königsbrücker Str Bockwen
DD - Bodenbacher Str Brockwitz
DD - Großer Garten Seifersdorf (Kamenz)
Heidenau Graupa I u. II
Weißig Boritz
Schönfeld Gröbern
Naundorf, Tharandter Wald Reinersdorf
Schulwitz Geising
Eschdorf Königsbrück
Tharandt, Tharandter Wald Demitz-Thumitz
Großenhain Oberhäslich
Radeburg Taubenberg
Dippoldiswalder Heide 2x Bautzen I + II
Possendorf Höckendorf I - III
Bärenklause Wünschendorf I + II
Meissen, Burghof Pirna I
Meissen, Freiheit Pirna II
Meissen, Kloster Pirna III Krietzschwitzer Straße
Koordinaten Standort
N 51° 01.930'  DD Tolkewitz, Wehlener Straße
O 013° 49.760'
                     
N 51° 01.904' DD Südvorstadt, Lukasplatz, an der Ostseite der Lukaskirche,     
O 013° 44.071' Am oberen Kreuzarm ist ein Messer dargestellt 
                     
N 51° 00.581' DD Leubnitz, Altleubnitz       
O 013° 46.011' Hier wurde ein Bauer aus Goppeln von seinem Nachbarn im Jahre 1525 erschlagen.  
                     
N 51° 56.633' Günthers - Kreuz
O 013° 30.941' Tharandter Wald, Grillenburg, Schneise 14, in der Nähe der Hofewiese im Wald
An dieser Stelle wurde Günther Pietzsch von seinem Schwiegersohn am 01. September 1592 
erschossen.
                     
N 51° 56.042' Auermanns Kreuz
O 013° 29.510' Tharandter Wald, bei Klingenberg, U-Weg, Nähe Rastplatz Quirl am B- Flügel 
Auf dem Stein sind Wagenrad, Fäustel und ein Keil eingemeißelt.
                     
N 51° 06.909'  Steinkreuz, in die Mauer des alten Friedhofes in Altklotzsche eigearbeitet
O 013° 45.720' Altklotzsche 63
                     
N 51° 02.728'  Steinkreuz in Gompitz, in der Einfahrt zum Gästehof Fehrmann
O 013° 38.529' wahrscheinlich Ende 15. - Anfang 16. Jahrhundert gesetzt
                     
N 51° 05.960'  Steinkreuz in DD, an der Königsbrücker Straße, Abzweig Moritzburger Weg.
O 013° 46.124' Hier wurde Jonas Daniel 1402 erschlagen. Er wollte zwei Kinder des Burggrafen Jeschke von Dohna nach Königsbrück 
bringen.
                     
N 51° 01.534'  DD Bodenbacher Straße Ecke Marienberger Str. 
O 013° 48.322' gut zu erkennen ist das Mordwerkzeug
                     
N 51° 02.387'  DD Großer Garten, Herkulesallee, Nähe Dalienquartier
O 013° 45.387' Ein Schwert ist eingemeißelt
                     
N 50° 57.661'  Heidenau, Pirnaer Straße 43, Nähe HP Großsedlitz
O 013° 53.909' Oberteil original, Unterteil ergänzt. 1922 auf einem Acker gefunden, jetzt wahrscheinlich ursprünglicher Standort 
Räder eingemeißelt
(Achtung, Privatgelände nicht betreten, der Eigentümer duldet es nicht)
                     
N 51° 03.615'  Weißig  Heinrich - Lange -Straße / Bautzner Landstraße
O 013° 52.642' Die eingeritzte Figur stellt eine Armbrust dar
                     
N 51° 01.940'  Schönfeld beide Steinkreuze sind in die Mauer des älteren Friedhofes eingefügt
O 013° 53.769'
                     
N 50° 56.633'  Tharandter Wald Standort abseits von Wegen in der Abteilung 26, in der Nähe von Fischers Wiese
O 013° 26.965' Das Kreuz lag einst zerbrochen am Boden, es wurde 1971 instandgesetzt und wieder aufgerichtet.
Steinkreuzforscher geben zwei verschiedene Bezüge zum Kreuz an:
1. Eine Magd soll von einem Stier getötet wurden sein
2. Ein Waldarbeiter wird von einem fallenden Baum erschlagen
Quellen:  Kaiser, Andre: Zwei Mordtaten und ein Kreuz - Drei Steinkreuze im Tharandter Wald
http://www.suehnekreuz.de/sachsen/grillenburg.htm
                     
N 51° 02.442'  Schullwitz Bühlauer Straße
O 013° 55.465' Hussitenkreuz, Form eines eisernen Kreuzes, Alter etwa 550 Jahre
Quelle: Quietzsch / Bechstedt, Artikel in der SZ vom 01.09.2005
                     
N 51° 02.117'  Eschdorf Gegenüber des Gasthofes, vor einer überdachten Parkfläche
O 013° 56.649' Kreuz wurde 1838 gefunden, blieb später erneut unbeachtet. Im Jahre 1933 wurde es an seiner jetzigen Stelle errichtet. 
Quelle: http://www.suehnekreuz.de/sachsen/eschdorf.htm
                     
N 50° 58.345'  Erschlagene Frau Tharandter Wald
nähe Mauerhammerweg
O 013° 34.216'
                     
Großenhain Priesterwitzer / Großraschützer Straße
Foto: Grit Beseler
                     
N 51° 13.013'  Radeburg Röderstraße 26
Kreuz wurde in eine Mauer integriert.
O 013° 43.372' Der Kopf am Kreuz fehlt
                     
N 50° 55.701'  Dippoldiswalder Heide, Findlingskreuz
Nähe Kreuzung Schneise 18 mit Malterweg, im Wald
O 013° 40.242'
vermutlich um 1800 wurde hier eine Leiche nach der Schneeschmelze gefunden
Hinterbliebene haben Kreuz errichtet, der Name des Toten ist nicht bekannt
                     
N 50° 55.554'  Dippoldiswalder Heide Steinernes Messer
O 013° 40.079' Die Arme des ehemaligen Kreuzes sind abgeschlagen wurden 
als die Säule als Wegsäule genutzt wurde
Kreuz soll mit einem Priestermord aus dem Jahre 1502 in Verbindung stehen
                     
Possendorf
Das Steinkreuz steht vor der Friedhofmauer. Es wurde wegen des Straßenbaues 
von seinem ursprünglichen Standort hierher versetzt.
Das Alter wird auf 650 Jahre geschätzt.
Die Gravierung könnte ein Schwert darstellen 
                     
N 50° 58.134'  Gedenkkreuz
Bärenklause
O 013° 45.681'
Am 18.12.1750 wurde hier eine 24jährige Magd  
wegen Kindesmord durch das Schwert hingerichtet.
Auf der Vorderseite des Kreuzes steht R  H  DECOLLATA, es bedeutet: 
Rosine Heschel, die Enthauptete
Das Gedenkkreuz setzten vermutlich ihre Eltern.
Quelle: http://suehnekreuz.de/sachsen/baerenklause.htm
                     
N 51° 09.949' 
O 013° 28.182'
Meissen, Burghof
wenige Meter nach dem Burgtor recht an einer Hauswand stehend
eine Besonderheit sind die runden Vertiefungen in Kopf und Armen (Dreipass)
Das Kreuz könnte die Zuständigkeitsbereiche von Markgraf, Burggraf und Bischhof 
abgrenzen, es könnte aber auch ein Teil vom Dom sein, welches herabgestürtzt ist.
Quelle: http://www.suehnekreuz.de /sachsen/meissen.htm
                     
N 51° 09.913' 
O 013° 28.161'
Meissen, Freiheit
eine Sage berichtet: im Jahre 1401 hat an dieser Stelle der Markgraf
vier Ratsherren von Zwickau hinrichten lassen - ob's wahr ist?
das hellere Zwischenstück wurde 1964 nachgearbeitet
Quelle: http://www.suehnekreuz.de /sachsen/meissen.htm
                     
Meissen, Franziskanerkloster, im Arkadenhof
ein historischer Hintergrund zum Kreuz ist mir noch nicht bekannt
es hat früher an der Einmündung des Rauhentales ins Triebischtal gestanden,
1892 wurde es ins Kloster umgesetzt
Quelle: http://www.suehnekreuz.de /sachsen/meissen.htm
                     
N 50° 53.749'  Reinholdshain
links neben der alten Schmiede am Straßenrad
O 013° 42.110'
                     
N 51° 09.042'  Leppersdorf
Hussiten- oder Pestkreuz
O 013° 57.516'
Foto: Grit Beseler
                     
Bad Gottleuba
Foto: Grit Beseler
                     
N 51° 16.423'  Merschwitz
O 013° 25.144' Die drei Jungfern
Fotos: Grit Beseler
                     
N 50° 57.983'  Niederschöna 1
O 013° 25.311' Untere Dorfstraße 25, im Pfarrhof, links am alten Stallgebäude
nach Kuhfahl soll es ein Wallfahrtskreuz sein (1928)
von Efeu überwuchert.
                     
N 50° 58.373'  Niederschöna 2
O 013° 25.722' Nähe Mohorner Straße , am alten Sandsteinbruch, im Garten von Familie Fischer.
Kreuz soll ursprünglich am Grabe eines 1813 von Franzosen erschossenen Fleischermeisters
gestanden haben. Es wurde mehrmals versetzt.
Aufgrund seiner äußeren Gestalt scheint dieses Kreuz jedoch viel älter zu sein
(Kohlsdorf: Steinkreuze in Niederschöna, 1906)
                     
N 51° 22.502'  Ortrand
O 013° 45.275' an der Straße nach Großkmehlen
steht seit 1934 an diesem Ort, mehrfach umgesetzt
wahrscheinlich für den einst erschlagenen Pfarrer Heinrich von Linz erstellt
Foto: Grit Beseler
                     
N 51° 05.751'  Röhrsdorf (Ortsteil von Klipphausen)
O 013° 31.530' DiesesnKreuz wurde 1896 bei Schachtarbeiten in drei Metern Tiefe entdeckt.
Es wurde vor die nordöstliche Friedhofspforte versetzt.
Herkunft und Anlass sind nicht bekannt. 
                     
N 51° 07.854'  Bockwen
O 013° 29.138' Das Kreuz steht direkt am Straßenrand nach Reichenbach.
Auf der Tafel steht vermerkt: "Die Sage berichtet: In der Reformationszeit bewarben
sich ein katholischer und ein evangelischer Pfarrer um die Pfarrstelle in Naustadt.
Diese stand dem Sieger eines Wettreitens nach Meissen zu.
Hier verunglückte der katholische Pfarrer tödlich! "
                     
N 51° 07.819'  Brockwitz
O 013° 32.615' Das Kreuz befindet sich an der SW-Seite der Kirchmauer
Text auf dem Schild:" Sühnekreuz um 1500  .- und vergebt uns unsere Schuld…"
                     
N 51° 09.908'  Seifersdorf
O 013° 52.407' Das Kreuz steht an der Straße nach Ottendorf
eine schwertartige Waffe ist eingeritzt
Foto: Grit Beseler
                     
N 51° 00.016'  Graupa I
O 013° 55.343' Tschaikowskiplatz Nr. 2;  gegenüber der alten Post, heute ein Blumengeschäft
Das Kreuz wurde 1908 bei Erdarbeiten aufgefunden, seit 1968 befindet es sich am 
heutigen Standort
                     
Graupa II
Das Kreuz befindet sich im Borsbergwald, auf halber Höhe am Kreuzergrundweg
Deutlich zu erkennen ist der eingeritzte Dolch 
N 51° 00.482' 
O 013° 54.552'
                     
Boritz
westlich an der Straße nach Schänitz
Foto: Grit Beseler                  
N 51° 11.229'  Gröbern
O 013° 31.438' NO an der Kirchhofmauer
Foto: Grit Beseler                  
N 51° 15.280'  Reinersdorf
O 013° 37.146' gegenüber der Kirche
wurde 1900 vom Dorfplatz zum Schulgrundstück versetzt
Foto: Grit Beseler                  
Geising
Altenberger Straße 65 a
Foto: Grit Beseler                  
Königsbrück
in der Nähe der Kirche
Foto: Grit Beseler                  
N 51° 08.228'  Demitz-Thumitz
O 014° 14.464' Straße der Freundschaft 2 
                     
N 50° 54.896'  Oberhäslich
O 013° 41.311' auf einem Feldweg in Richtung Heiderand
eingritzt ist eine säbelartige Waffe
wahrscheinlich ein Soladtengrab
www.suehnekreuz.de 
                     
N 51° 01.809'  Taubenberg
O 014° 28.740'
                     
N 51° 10.945'  Bautzen Taucherfriedhof
O 014° 26.274' achtseitiger Pyramidenstumpf, Mordstein
Sage: Bautzner Bürgermeister Martin Bischoffswerder 
wurde 1404 ermordet
Standort bis 1598 in der Töpferstraße
                     
N 51° 10.858'  Bautzen Liebfrauenkirche, Steinstraße
O 014° 25.742' Sage 1: Gedenken an Enthauptung des Adligen Bernhard v. Lüttichau
Sage 2: hier fand 1508 ein Ablaßhandel durch Tetzel statt, Tetzelkreuz
                     
N 50° 55.285'  Höckendorf I
Am Weg zwischen Höckendorf und Obercunnersdorf
O 013° 35.044' Arme stummelförmig
1972 nach Auffinden neu aufgestellt
                     
N 50° 55.559'  Höckendorf II Thelersäule 1
Dorfhainer Str / Kirchsteg
O 013° 35.166'
Conrad Theler (gest. 1361) war Eigentümer mehrerer Erzgruben im Gebiet
Als Sühne für seine Mordtat am örtlichen Pfarrer (1360) veranlasst er das Aufstellen 
von sieben Betsäulen am Kirchsteig nach Obercunnersdorf
zwei Betsäulen sind noch vorhanden
                     
N 50° 55.343'  Höckendorf III Thelersäule 3
Kirchsteig von Höckendorf nach Obercunnersdorf, am Waldrand
O 013° 34.573'
                     
N 51° 01.127'  Wünschendorf
Höhe Einmündung der Dorfstraße in neue Straße nach Bonnewitz
O 013° 57.271'
1956 bei Erdarbeiten hier im Umfeld gefunden und neu aufgestellt
                     
N 51° 57.214'  Pirna I
Dippoldiswalder Str. 35 
O 013° 55.303' vor dem Grundstück neben der Straße
Kreuz wurde 1935 bei Erdarbeiten etwa hier gefunden
rechter Arm ist abgeschlagen, Kopf beschädigt
                       
N 50° 56.805' 
O 013° 55.867'
Pirna II
gegenüber Zehistaer Straße 36
Hier soll eine Postkutsche überfallen 
und der Kutscher ermordet wurden sein
                     
N 50° 57.175' 
O 013° 56.906'
Pirna III
Krietzschwitzer Straße, vor einer Gartenanlage
Das Kreuz könnte auf die Grenze zweischen dem Böhmischen und Meißnischen von 1296
hinweisen
Quelle: Kuhfahl