Sonnenflecken entstehen durch radial aus der Chromosphäre austretende Magnetfelder, sie entziehen der Oberfläche Energie. Diese Gebiete sind mit etwa 4500 Kelvin um 1000 K kühler als die  sonstige Oberfläche der Sonne. Deshalb erscheinen Sonnenflecken dunkel. siehe Foto.

 

Aufnahme vom 10.Dezember 2006

 

Sonnenflecken treten mit einer Periodendauer von etwa 11 Jahren auf, das ist ein Zyklus. Während einer Periode schwankt die Häufigkeit gleichzeitig zu beobachtender SF ähnlich einer Gaußchen Normalverteilkurve. Mit einem Minimum von Sonnenflecken, gemessen durch die Sonnenfleckenrelativzahl ( R ), beginnt der Zyklus. Etwa zur Periodenmitte stellt sich ein Maximum ein. Dann sinkt die Relativzahl wieder bis zum Minimum am Ende eines Zyklus.

 

Seit 1749 werden die Zyklen mit fortlaufenden Nummern gekennzeichnet. Gegenwärtig wird auf den Beginn des 24. Zyklus gewartet. Und dieses Warten ist spannend. Nach den Berechnungen der Astronomen war mit dem Beginn des neuen Zyklus im Jahre 2008 zu rechnen. Heute schreiben wir November 2009 und es ist noch immer kein eindeutiger Start für den Zyklus 24 zu beobachten. Gegenwärtig erleben wir die längste fleckenfreie Periode seit 1913. In den Jahren 1645 bis 1715 ist schon einmal ein lang anhaltendes SF – Minimum  belegt, das Maunderminimum.

 

Eine weitere Vorschau steigert die Vorfreude zur Beobachtung. Das Maximum des 24. Zyklus soll zwischen 30 und 50 % höher werden als die vorhergehenden. Es wird damit der zweitaktivste Zyklus seit dem Beginn der regelmäßigen Sonnenbeobachtungen erwartet.

 

Mit meinen bescheidenen Hilfsmitteln, ein selbst gebautes Fernrohr mit einem Zeissobjektiv 50 x 550 und einem Schutzfilter aus Alufolie, beobachte ich seit vielen Jahren die SF stochastisch. Seit 2006 versuche ich eine hinreichend lückenlose Aufzeichnung der SF – Aktivität aufzuzeichnen. Vielleicht gelingt es mir, jetzt als Rentner mit genügend Zeit für Beobachtungen tagsüber, einen kompletten Zyklus zu beobachten (beim Übergang zum 25. Zyklus wäre ich dann 74 Jahre alt).

 

 

Die Relativzahl (R) wird aus der Anzahl von Fleckengruppen (g) und der Anzahl der Einzelflecken ( f ) nach der Formel: R = (10g + f) * k berechnet. k ist ein Faktor zum Ausgleich der Beobachtungsunterschiede verwendeter Fernrohre.

 

Diese beiden Fotos zeigen einen Anblick der Sonnenoberfläche mit Sonnenflecken durch mein Fernrohr (50X550).

 

 

SF 25.10.2014                                       Sonne am 21.04.2012

 

 

 

 

 

 

 

 

 

SF-Relativzahl ( R ), Mittelwerte pro Jahr ab 2006

 

Die einzelnen Beobachtungswerte und deren Zusammenfassung zu Monatsergebnissen seit dem Jahr 2006 werden hier aus Platzgründen nicht mehr vorgestellt. Der Verlauf der beobachteten Sonnenaktivität kann aus der Mittelwertskurve über die einzelnen Jahre abgelesen werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Monatswerte des Jahres 2018

 

 

 

 

 

Monatswerte des Jahres 2019

 

 

 

Januar: Nur 8 Beobachtungen waren wegen häufiger Bewölkung möglich, an 6 Tagen konnten mit dem verwendeten Gerät (50x550)  keine Sonnenflecken erkannt werden. Mit R Mittelwert = 5,88 ist ein sehr geringer Wert registriert.

 

Februar: 12 Einzelbeobachtungen, alle Tage fleckenfrei

 

März:  13 Einzelbeobachtungen, davon 7 ohne SF

Leichter Anstieg der Aktivität, R max = 27 jedoch noch immer eine sehr geringe Zahl

 

April: 17 Einzelbeobachtungen, 8 x keine SF

        Am 08.04.2019 trat ein großer Einzelfleck auf

        geringe Aktivität

 

Mai: immer noch eine geringe SF-Aktivität. Beobachtungen ohne SF: 6

14 Einzelbeobachtungen

 

Juni: per 30.06.2019 sind seit 42 Tagen mit meinem Instrument (50x550) keine SF zu  registrieren gewesen. Die Fachsternwarten haben an einigen Tagen winzige Poren gesehen. Die Relativzahl ist in diesem Monat = 0

18 Einzelbeobachtungen     

 

Juli: 12 Einzelbeobachtungen – keine SF beobachtet. Seit 18.05.2019 mit meinem 50x550 keine SF erkannt. Der 24. Zyklus ist offenbar zu Ende.

 

August: 12 Einzelbeobachtungen, keine SF registriert