Der Mond bedeckt den Planeten Jupiter am 15.07.2012

 

Wer am 15.07.2012 früh um 03:00 Uhr aus dem Bette findet, hat die Chance, bei klarem Himmel, tief im Osten eine Bedeckung des Jupiters durch den Mond zu beobachten. Das ist ein relativ seltenes Ereignis und deshalb spannend.

 

 

Der Jupiter nähert sich dem Nordrand des beleuchteten, aber schmalen Teils des Mondes. Nach etwa 30 Minuten erscheint Jupiter wieder am unbeleuchteten Mondrand. Dieses Ereignis kann sogar mit bloßem Auge gesehen werden.

 

Wer ein Fernglas (ab 10 x 40) oder ein kleines Teleskop zur Verfügung hat, kann auch die Bedeckung und Wiederkehr der vier Galileischen Monde beobachten. Links vom Jupiter stehen Europa und Io, rechts Ganymed und Kallisto.

 

Hier die Kontaktzeiten in MESZ, berechnet für Frankfurt am Main:

 

Europa      Eintritt:      03:39:50   Austritt:     04:12:00

Io                             03:42:50                   04.14.50

Jupiter                      03:44:10                   04:16:30

Ganymed                  03:50:40                   04:24:20

Kallisto                      03:54:30                   04:29:10

 

 

Mein Beobachtungsbericht:

 

Um 2:50 Uhr wurden Lisa und ich vom Wecker aus dem Schlaf gerissen.

Während Lisa  ihre Nachtruhe fortsetzte, lief ich zum Auto, es war bereits mit fast allen Gerätschaften gepackt.  Gegen 3:10 Uhr bezog ich meinen Beobachtungsort zwischen den Feldern in der Kauschaer Straße. Anfangs bedeckten dicke Wolken den Osthimmel, die sich glücklicherweise rechtzeitig verzogen und eine freie Sicht zu Jupiter, Mond und Venus  ermöglichten. Es war mir vergönnt, den gesamten Bedeckungsablauf zu beobachten. Als Hilfsmittel diente ein Reflektor (50x500), der auch die Jupitermonde deutlich abbildete. Fotografiert habe ich wieder sehr primitiv mit einer IXSU 70, freihändig vor das Okular gehalten. Trotzdem sind einige Fotos entstanden, die den Bedeckungsverlauf dokumentieren und für mich als Erinnerung von Wert sind.

 

Die Bedeckungen von Planeten durch den Mond sind deshalb so selten, weil die Umlaufebene des Mondes zur Ekliptik, der Umlaufebene unserer Planeten, um 5,5 Grad geneigt ist. Wenn aber die Position eines Planeten mit der Position des Schnittpunktes der Mondumlaufeben mit der Ekliptik übereinstimmt (Knoten), dann kommt es zur Bedeckung.

 

Hier einige Fotodokumente:

 

Mein Beobachtungsort in der Kauschaer Straße. Die abziehende Bewölkung ist gut zu sehen. Unterhalb vom Mond steht die Venus.

 

 

 

Jupiter am Nordrand des Mondes, kurz vor der Bedeckung.

 

 

Jupiter ist jetzt vom Mond bedeckt.

 

 

 

 

Die Sicht zum Jupitermond Europa wird vom dunklen Mondrand wieder freigegeben.

 

 

 

 

 

 

 

 

Nun ist der Planet auch wieder zu sehen.

Bei genauer Betrachtung sind links vom Jupiter die Monde Europa und Io zu erkennen. Ganymed und Kallisto sind noch vom Mond verdeckt.

(Es wurde langsam hell, die Aufnahmen mit meiner Ausrüstung immer schwieriger)

 

 

 

 

 

Die Beobachtung der Jupiterbedeckung hat mir Freude bereitet. Ist sie doch ein sichtbarer und damit erlebbarer Beleg für die Bewegungen der Himmelskörper nach physikalischen Gesetzen.