Öffentliche Führung durch den Forstbotanischen Garten Tharandt am 02.04.2017

 

Dr. U. Pietzarka, Kustos des Gartens, führte eine Gruppe und berichtete über Veränderungen im Garten und gab Erläuertungen zu bereits blühenden Pflanzen.

 

 

 

 

 

 

 

1. Unterhalb der Gewächshäuser ist im Februar mit der Abholzung begonnen wurden. Hier standen z.B. sehr alte Buchen, die bereits auszubrechen begannen.

Hier entsteht eine neue Anlage, in der seltene thüringische und fränkische Vertreter der Mehlbeere und der Eberesche gepflanzt werden. Auch die Elsbeere wird vertreten sein.

 

Die Mehlbeere ist in Sachsen gar nicht vorhanden.

 

Die für die Pflanzung vorgesehenen Bäumchen stehen bereits in der Baumschule des Gartens bereit.

 

 

 

 

 

Durch die neue Anlage wird künftig der Bechstein - Weg führen.

 

Auf Bechstein  geht die Erstbeschreibung der „Täuschenden Mehlbeere“ zurück. Auch er gründete eine private Forstakademie. Seine Söhne schickte er zum Studium an die Forstakademie Tharandt. Es ist davon auszugehen, dass sich Bechstein und Cotta persönlich kannten.

 

2. Der Stinktierkohl (auch Scheinkalla) ist eine invasive Pflanze, sie verdrängt andere Gewächse. Sie darf europaweit nicht angepflanzt oder gehandelt werden. Hier im Garten wird überlegt, den Standort durch eine Gitterumhausung zu schützen und die Verbreitung zu unterbinden.

 

 

 

 

 

 

3. Die  Kirsch-Pflaume

 

 

 

 

 

 

 

4. In der Nähe der Fichte mit dem Kropf wird ein Bereich für die Anpflanzung der Koreakiefer vorbereitet. Hier betrachten wir die Blühten der Dahurischen Azalee.

 

 

 

5. Ein bisher hier im Garten unbekannter Schädling, die Netzwanze, befällt Rhododendron. Deren Blätter verfärben sich braun. Die Bekämpfung kann nur mit einen sehr starken Gift, das auch für den Menschen gefährlich ist, erfolgen.

 

 

 

6. Im Areal der Baumschule, der Zutritt hierher ist nur bei Führungen möglich, steht eine Essbare Kastanie. Sie wurde etwa 1835 gepflanzt. Sie wird aufgrund ihres Alters instabil, einzelne Äste brechen bereits ab.

 

 

 

7. Oberhalb des Funktionsgebäudes blüht die Scheinhasel:

 

 

 

 

 

 

 

8. Lorbeerkirsche kurz vor der Blühte

 

 

 

 

 

 

9. Stachelspitzige Azalee

 

 

10. Das im Jahre 2016 neu errichtete Gewächshaus für Eichengewächse ist von der Montagefirma mit erheblichen Mängeln ausgeführt wurden. Vorgaben aus dem Leistungsverzeichnis wurden nicht umgesetzt. Im letzten Winter fiel Schnee und mit dessen Last auch das Gewächshaus.

Sobald der Insolvenzverwalter der Firma seine Freigabe zum Abräumen der Fläche erteilt, wird ein neues Haus errichtet.

 

 2016

 

 2017

 

11. Auf der Zeisigaussicht endet der heutige Rundgang. Dr. Pietzarka informiert noch über Nachforschen zur Herkunft der Skulpturen Bär und Jäger. Deren ursprünglicher Standort wird am Jagdschloss Grillenburg vermutet. Im Zuge des Abrisses des Schlosses könnte eine Umsetzung in den Forstbotanischen Garten erfolgt sein.  Denkmalpfleger recherchieren, ein Ergebnis wird mit Interesse erwartet.

Beide Skulpturen könnten aus dem 17. Jhd stammen.

 

 

 Der Jäger; bereits stark verwittert.

 

 

Der Bär auf dem Bärenstein.

 

Ich erlebte erneut einen interessanten Rundgang durch den Garten. Die Natur ist erwacht, die ersten Blühten bringen Farbe in den Bestand.

 

Gunther Trentzsch