Forstbotanischer Garten in Tharandt

 

 

 

 

 

Die Seniorenakademie der TU- Dresden bot am 10. Mai 2007 eine Führung  mit dem Thema:

 

„Seltene und bedrohte Pflanzen im Forstbotanischen Garten Tharandt“   an.                                             

 

Die Führung leitete Herr U. Pietzarka

 

Hier einige Notizen über den sehr interessanten Rundgang:

 

1. Am Willkomm – Weg (von 1855 – 1868 Professor der Botanik in Tharandt) blüht der Schneeglöckchenbaum.

 

 

 

2. Wenige Meter entfernt steht eine sehr alte Amerikanische Esskastanie. Diese Art ist durch einen wahrscheinlich zufällig eingeschleppten Pilz bedroht. Das Holz fault und die Bäume sterben ab. Der Baum selbst ist nach Aussagen von Herrn Pietzarka nur sehr schwer fortzupflanzen. Die Samen keimen nur selten.

 

 

3. Am Cotta – Platz steht eine prächtige Blutbuche. Sie gehört zur Art der Rotbuchen und wurde wahrscheinlich bei der Gründung des Gartens im Jahre 1811 gepflanzt und veredelt. Diese Bäume reagieren empfindlich auf Trockenperioden, wie wir sie im Jahre 2003 hier hatten. Die Pflanze treibt dann nur sehr kleine Blätter aus. Der Stoffwechsel wird gestört. Einzelne Äste vertrocknen. Es kann sich  eine Art Kettenreaktion entwickeln, wenn Trockenperioden häufig sind und in kurzen Abständen aufeinander folgen. Die Bäume können eingehen. Auch das Exemplar am Cotta – Platz wird wahrscheinlich nicht mehr sehr lange bestehen – obwohl er ein beachtliches Alter erreicht hat.

Hier im Bild sind die bereits trockenen Zweige am Ast zu erkennen.

 

 

 

4. Der Tharandter Spitz – Ahorn ist eine zufällige Kreuzung und deshalb einzigartig.

 

 

 

 

5. Im Gewächshaus wird uns ein  Baum vorgeführt, der erst 1994 in Australien entdeckt wurde; die Wollemie. Ihr Fundort wird geheim gehalten, um diese Pflanze zu schützen. Sie ist mit einer Stückzahl von etwa 100 eine der seltensten Pflanzen der Welt überhaupt. Sie lässt sich gut durch Stecklinge vermehren. An der Erforschung dieses Baumes beteiligt sich die TU durch verschiedene Projekte, eins davon untersucht die Auswirkungen des Klimas auf den Baum. Auch in den Tharandter Wald werden in diesem Jahr noch einige Exemplare an geheime Orte ausgepflanzt.

 

 

 

Die Wollemie wird als Reliktpopulation bezeichnet. Sie entwickelt sich zu einem Baum von 30 Metern Höhe.

 

 

 

 

 

 

 

6. Im Warmhaus steht ein Mahaghoni. Seine Existenz ist ausschließlich wegen einer Übernutzung gefährdet.

 

 

 

7. Wenige Schritte oberhalb des Gewächshaus steht ein Exemplar der geschützten Wildbirne. Sie fällt durch ein wenig befriedigendes Wachstum auf – sie ist nur gering konkurrenzfähig.

 

 

 

 

 

 

 

8. Die Weiß – Tanne

ist sehr empfindlich gegen Luftschadstoffe. Jüngere Bäume entwickeln sich

zuerst gut, werden später lichter und sterben ab.

Wenn ein Wachstum von acht Jahren überstanden ist, haben diese Bäume eine Überlebenschance.

Nach der Wende in Deutschland sind die Schadstoffe in der Luft deutlich zurückgegangen und es werden hoffnungsvolle Zustandsverbesserungen an der Weiß –Tanne beobachtet. Wie sich aber der zu erwartende Klimawandel auswirken wird, kann noch nicht eingeschätzt werden.

 

 

 

 

 

 

 

9. Der Rundblättrige Ahorn ist in

Deutschland sehr selten. In Baden Württemberg stehen noch acht Exemplare. In Frankreich dagegen ist dieser Baum noch häufig anzutreffen.

 

 

 

 

10. Die Brewers – Fichte hat nur noch ein sehr kleines Verbreitungsgebiet in Nordamerika. Sie ist bedroht! Ein einziger Waldbrand hat z.B. 50% des Bestandes vernichtet.

 

   

 

11. Die Haken – Kiefer ist ebenfalls äußerst selten, ihr fehlen die Lebensräume. Der Name ist von kleinen Haken an den Zapfen abgeleitet.