Der Alte Katholische Friedhof in Dresden, Friedrichstraße

 

 

August der Starke entschied sich 1721 nach erstem Zögern doch für die Einrichtung eines katholischen Friedhofes in Dresden. Das erste Begräbnis fand 1724 statt. Vorerst war dieser Friedhof nur den katholischen Mitgliedern des Hofes vorbehalten, ab 1758 durften dann auch katholische Bürger der Stadt Dresden beigesetzt werden.

 

Auf diesem Friedhof liegen bedeutende Persönlichkeiten begraben, die mit der Geschichte  Dresdens sehr eng verbunden sind. Nachdem wir die Broschüre „Schicksale auf Dresdens Altem Katholischen Friedhof“ von Christoph Pötzsch gelesen hatten, sind Lisa und ich auf „Erkundungstour“ zu diesem Friedhof gegangen und haben viele interessante Grabstätten besucht.

 

 

Hier eine kleine Auswahl von Grabstellen:

 

Gerhard von Kügelgen (1772 – 1820)

 

Gerhard von Kügelgen war Professor an der Königlichen Kunstakademie und der bedeutendste Maler seiner Zeit in Sachsen. Er wurde 27.03.1820 ermordet. Sein damals achtzehnjähriger Sohn Wilhelm beteiligte sich an der Suche nach dem Vater. Man fand ihn mit zertrümmerten Schädel in der Nähe seines Weinberges, auf dem sein neues Haus errichtet wurde.

Bekannt ist das Kügelgenhaus „Gottessegen“ in der Hauptstraße.

 

 

 

 

 

 

Carl Maria von Weber (1786 – 1826)

 

Mit der Komposition des „Freischütz“ fertigt Weber sein größtes Werk. Es entstand während seiner Dresdner Zeit. Hier hatte er auch das Amt des Direktors der deutschen Oper inne.

 

 

 

 

 

 

Balthasar Permoser (1651 – 1732)

 

 

Der Hofbildhauer Balthasar Permoser schuf in Dresden viele hochbarocke Statuen. Sie befanden sich vorwiegend im Großen Garten. Gemeinsam mit Johann Daniel Pöppelmann errichtete er den Zwinger in Dresden (Pöppelmann als Architekt, Permoser als Bildhauer).

 

 

 

 

 

 

 

Giovanni Battista Casanova (1730 – 1795)

 

 

Giovanni Battista Casanova war Professor an der Kunstakademie in Dresden. Er verfügte über ein umfassendes Wissen zur Kunst der Antike und vermittelte es Generationen von Kunststudenten. Sein Grabmal fertigte Seraph Pettrich, einer seiner Schüler.

 

 

 

 

Franz Seraph Pettrich (1770 – 1844)

 

 

Franz Seraph Pettrich galt als einer der besten klassizistischen Bildhauer Deutschlands. Er war Hofbildhauer in Dresden und schuf vorwiegend Grabmalkunst auf Friedhöfen.

 

Das Grabmal für seine jung verstorbene Frau, ein schlafendes Mädchen, gehört zu den schönsten klassizistischen Grabmälern. Übrigens liegt in diesem Grab auch seine zweite, ebenfalls früh verstorbene,  Frau begraben.

 

 

 

 

 

Bartolomeo Bosco (1793 – 1863)

 

Bartolomeo Basco war zu seiner Zeit Europas größter Zauberer. Er wirkte in Italien, Böhmen, Österreich, Russland und Deutschland. Seine Zauberkunststücke führte er mit außerordentlichem Geschick auf. Er verzichtete auf weite Gewänder mit langen Ärmeln, wie es zu damaliger Zeit bei Zauberern üblich war.  

1844 kam er nach Dresden, heiratete und blieb hier. Am Pirnaischen Platz betrieb er ein Geschäft für Zauberartikel.

Seine Grabstelle wird vom Magischen Zirkel gepflegt. Auf dem Grabstein sind fünf Becher zu sehen. Sie verweisen auf das Becherspiel, welches Basco zur Perfektion gebracht hat.  

 

 

 

 

 

 

 

Anton Konrad (1880 – 1938)

 

Anton Konrad gilt als einer der fähigsten Kunstfälscher in Deutschland.  Für Antiquitätenhändler (hauptsächlich in Berlin) fertigte er historische Schwerter, Harnische, Degen aus der Zeit der Renaissance und des Barock an. Er besuchte regelmäßig die Rüstkammer der Dresdner Kunstsammlungen. Hier studierte er die verschiedenen Stile der Waffenherstellung in der jeweiligen Epoche, für die er Aufträge für Fälschen angenommen hatte.  Seine Arbeiten waren präzise ausgeführt, sogar für das chemische Altern des Materials hatte Konrad perfekte Verfahren weiterentwickelt.  Sein größter Erfolg war die Fälschung des Prunkdegens des sächsischen Kurfürsten, August des Starken, anlässlich seines 200. Todestages. Auch diese Fälschung blieb unaufgedeckt. Konrads Fälschen wurden zu seinen Lebzeiten nicht enttarnt.