Der 24. Sonnenfleckenzyklus 2008 – 2019

 

Seit dem Jahr 2006 beobachte ich mit meinen Refraktor 50x550 und einem Okular mit f = 20 mm die Sonnenfleckenaktivität. Sonnenflecken entstehen durch radial aus der Chromosphäre austretende Magnetfeldbündel. Diese Magnetfelder verhindern die Konvektion, also den Energienachschub vom Sonneninneren an die Oberfläche. Die Austrittsgebiete sind deshalb um etwa 1000 – 1500 Kelvin kühler als im  ungestörten Umfeld mit etwa 5500 Kelvin. Der Sonnenfleck erscheint dunkler.

 

   Aufnahme vom 07.01.2014

 

Sonnenflecken treten bezüglich ihrer Häufigkeit zyklisch auf, eine Periode dauert durchschnittlich 11 Jahre.

 

Sonnenflecken werden seit 1749 systematisch beobachtet, seitdem wird jedem Zyklus eine fortlaufende Nummer zugeordnet. Mein Ziel war es,  einen vollständigen Zyklus zu beobachten und die erfassten Daten als Kurvenverlauf darzustellen. Aus den langjährigen Erfahrungen war eine Gaußsche Normalverteilung zu erwarten.

 

Parameter sind die Sonnenfleckenrelativzahlen und das Beobachtungsdatum.

 

Die Sonnenfleckenrelativzahl ergibt sich aus der Beziehung

 

R = (10 g  + f) * k.

 

g = Anzahl der Fleckengruppen

f  = Anzahl aller Einzelflecken

k = Anpassungsparameter in Abhängigkeit der Beobachtungstechnik

 

 

 

 

 

Als ich 2006 mit der systematischen Erfassung der SF begonnen hatte, war der 23. Zyklus im Abklingen. Ab 2008 begann der Zyklus Nummer 24, der im November 2019 endete. Die Fachastronomen haben den Beginn des 25. Zyklus auf den 02.11.2019 datiert, abgeleitet aus der magnetischen Umpolung der Fleckenpaare.

 

 

Mein Ergebnis:

 

 

 

Aus insgesamt 2491 Einzelbeobachtungen konnte ich eine Verteilung der SF – Häufigkeit über 14 Jahre berechnen. Die Relativzahl ist bis 2008 rückläufig, geht gegen Null. Ab 2008 – 2009 konnte ich einen starken Anstieg notieren, der 2014 seinen Höhepunkt erreichte. Danach lies die  Aktivität wieder kontinuierlich nach. Ab dem 2. Halbjahr 2019 konnte ich mit meinem einfachen Fernrohr fast gar keine SF mehr registrieren. Vereinzelt traten kleine Poren in Erscheinung.

 

Es erfüllt mich mit Zufriedenheit, einen vollständigen Zyklus beobachtet zu haben. Die Natur verhält sich konstant, wie zu erwarten, ist eine Gaußsche Glockenkurve entstanden.

 

 

Gunther Trentzsch